Wissensbörse

Allgemeine Themen

Die gesetzlichen Krankenversicherungen kommen für alle Leistungen auf, die medizinisch notwendig sind und einen nachgewiesenen Nutzen haben. Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen sogar Kosten für Leistungen, die zwar nicht zum Pflichtkatalog

gehören, aber aufgrund einer medizinischen Indikation doch als sinnvoll eingestuft werden.

Bitte beachten Sie: Patienten müssen vor Beginn einer IGeL-Leistung unterschreiben, dass sie auf eigene Kosten (und zwar zum Tarifsatz von Privatpatienten) behandelt werden möchten. Wurde diese Vereinbarung nicht getroffen, sind Patienten nicht zur Zahlung der Behandlung verpflichtet. Das hat das Amtsgericht München bereits 2010 in einem rechtskräftigen Urteil entschieden.

Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) informiert im Internet über Selbstzahlerleistungen, die als wissenschaftlich fundiert gelten (und deshalb eventuell anerkannt werden).

www.igel-monitor.de

Wollen sich Kunden über eine bestimmte Leistung genauer informieren, finden sie im Igel-Monitor ausführliche wissenschaftlich fundierte Antworten, z.B. auf die ihre Fragen: Klicken Sie einfach die Gesuchte Leistung an, dann erfahren Sie Einzelheiten.

http:/www-igel-monitor.de/Gel_A_Z_php

Eine Erhebung ergab: jede vierte Tablette wird geteilt. Manchmal ist das bedenkenlos möglich, aber nicht immer und nicht mal alle Beipackzettel weisen deutlich auf das Risiko hin.

Dazu gehört zum Beispiel das Teilen von Retardtabletten. Deren Wirkstoff soll über 12 Stunden langsam freigesetzt werden. Zerbröselt man sie oder öffnet man die Gelatinekapsel, (um sie besser schlucken zu können), gelangt der gesamte Wirkstoff auf einmal ins Blut - das kann hochgefährlich sein. Dasselbe gilt, wenn unterschiedlich große Bruchstücke einer geteilten Tablette die Wirkung des Medikamentes verändern.

Kein Laie kann diese Risiken einschätzen. Deshalb sollte man auf das Teilen „auf eigene Faust“ ganz verzichten und immer erst mit dem Apotheken-Fachpersonal sprechen. Sie können beurteilen, was erlaubt und was gefährlich ist.

Weitere Informationen im Internet unter

http://www.apothekenumschau.de/Medikamente/Welche-Tabletten-darf-man-teilen-198069.html

Viele an Demenz erkrankte Menschen können sich problemlos in ihrer gewohnten Umgebung bewegen und einiges alleine tun, aber wenn sie das Haus verlassen, erinnern sie sich weder an ihre eigene Adresse noch an das Ziel, zu dem sie unterwegs sind. Ihre Gedächtnisschwäche macht sie außerhalb der Wohnung weitgehend hilflos, was Angehörige oder Betreuer oft in Angst und Schrecken versetzt. Trotzdem sind desorientierte Menschen kaum daran zu hindern, das Haus zu verlassen. Hier können Personensuchgeräte über GPS (Satellit) gute Dienste leisten.

Davon findet man unter dem Suchbegriff GPS Personenortung im Internet eine große Auswahl, dazu gehören auch Adressen von Hausnotrufanbietern, die diese Technik in ihrem Programm haben.

Falls Patienten nicht mehr in der Lage sind, ein technisches Gerät selbst zu bedienen, können spezielle Schuhe oder eine Armbanduhr mit eingebautem Sender und das dazugehörige Ortungssystem helfen. Weitere Informationen (auch zu einschlägigen Rechtsfragen) finden Sie unter

www.alzheimerforum.de/2/13/2/2132inh.html

Die Krankenkassen übernehmen für alle technischen Geräte (die von ihnen finanziert wurden) die Stromkosten, egal ob es sich dabei um Wechseldruckmatratzen, Atem­geräte (Apnoe), Lifter, akkubetriebene Rollstühle, Puls­oxymeter oder ähnliche Geräte handelt.

Die wenigsten Kassen haben dafür ein eigenes Formular, ihnen genügt ein formloser Antrag mit Angabe der Wattzahlen und durchschnittlichen Betriebsdauer der verwendeten Geräte. Bitte setzen Sie sich direkt mit ihrer Krankenkasse in Verbindung,

www.mobilista.eu/164/stromkosten,
www.schlaf-portal.de/formular_stromkostenerstattung.pdf

Chronische Krankheiten können Kinder auch in ihrem späteren Leben erheblich beeinträchtigen. Die Deutsche Rentenversicherung bietet solchen Kindern oder Jugendlichen spezielle Reha-Leistungen an, in der Regel dauern sie 4 Wochen. Um schulische Probleme zu verhindern, erhalten die kleinen Patienten während einer Reha in allen Hauptfächern Unterricht. Die Lerngruppen werden nach Schultyp und Klassenstufe zusammengestellt.

Voraussetzung für die Bewilligung einer solchen Reha ist, dass zumindest ein Elternteil in den letzten 2 Jahren vor Antragstellung mindestens 6 Monate Pflichtbeträge in die Rentenversicherung eingezahlt hat und die zu behandelnden Kinder/Jugendlichen noch nicht selbst gesetzlich rentenversichert sind.

www.Kinderreha.drv.info

Nicht alle Medikamente eignen sich für ältere Menschen: in der sogenannten ‚Priscus-Liste‘ kann man nachsehen, welche Medikamente anhand der jeweiligen Diagnose für ältere Menschen empfohlen werden.

Zudem sollte darauf geachtet werden, dass nicht mehr als fünf Medikamente (z.B. durch Verordnung verschiedener Ärzte) eingenommen werden, ohne dass sie ausdrücklich aufeinander abgestimmt wurden. Das führt wegen unkalkulierbarer Wechselwirkungen zu hohen Risiken (z.B. Gefahr des Delirs).

Weitere Informationen finden Sie unter

www.priscus.net  dann auswählen Priscusliste für den Schreibtisch

Wenn sich ein von der Krankenkasse finanziertes vertragsgebundenes Heilmittel (z.B. Einlagen) als ungeeignet erweist, haben diejenigen, die an Inkontinenz leiden, ein Anrecht auf ein Hilfsmittel, das eine ihnen angemessene Hilfe gewährleistet, auch wenn diese Einlagen teurer sind.

Quelle: neue caritas Nr. 14/2013,

Urteil des Landesgerichts Berlin-Brandenburg, 15.11.2012, L 1 KR 263/11

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen künftig die Behandlung der altersbedingten Macula-Degenera­tion (eine Erkrankung der Netzhaut) mit dem Medikament Lucentis® (Ranibizumab) voll bezah­len, das hat das Bundessozialgericht (BSG) entschie­den.

Nach diesem Urteil müssen die Kassen auch eine Privatabrechnung akzeptieren. Zudem können die Krankenkassen nicht darauf bestehen, dass Ärzte eine nur für den Einmalgebrauch zugelassene Fla­sche auf mehrere Behandlungen aufteilen.

Quelle: Ärzte-Zeitung App. 3.9.2014

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/arzneimittelpolitik/article/868179/bsg-amd-muessen-kassen-kosten-zahlen.html

§ 21a der Straßenverkehrsordnung wurde nach europäischen Vorgaben geändert. Demnach ist es Pflicht, sowohl das Rückhaltesystem für den Rollstuhl als auch den Rollstuhlnutzer durch einen Gurt fest zu sichern, beide Sicherungen müssen während der Fahrt angelegt sein. Wer sie nicht anlegt, zahlt seit 1.2.17 ein Bußgeld von 30 €, wer jemanden im Rollstuhl transportiert, ohne dass ein entsprechendes Sicherungssystem vorhanden ist, zahlt 35 €.

Quelle VDK-Zeitung 2/2017 weitere Infos www.google Gurtpflicht für Rollstuhlnutzer

… wird von Ärzten für nicht verschreibungspflichtige OTC-Mittel ausgestellt, das bedeutet „over the counter“ (also über den Tresen der Apotheke). Verordnete OTC-Mittel sind bar in der Apotheke zu bezahlen, aber man sollte sich den Preis direkt auf dem Rezept quittieren lassen oder zumindest den Kassenbon aufheben, denn inzwischen erstatten viele Krankenkassen auch Kosten für solche Medikamente.

Diese Verordnungen sind zulässig, wenn die Arzneimittel bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten. Die Höhe der Erstattung ist je nach Kasse verschieden (die Summe liegt zwischen 50 und 400 Euro). Es lohnt sich also, bei der eigenen Krankenkasse nachzufragen und bei Zustimmung die Rechnung einzuschicken. Andernfalls kann man die Kosten bei der Einkommenssteuer geltend machen.

Information, ob das Ihnen verordnete Mittel evtl. übernommen wird und von wem unter Apotheken-Umschau

https://www.gba.de/institution/themenschwerpunkte/arzneimittel/otc-uebersicht/

Er lässt sich über jeden Telefonanschluss einrichten und ermöglicht älteren Menschen möglichst lang in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben - und er erspart den Angehörigen ständige Unruhe. Wer einen HNR hat, kann über eine Notruftaste jederzeit Hilfe herbeirufen, jede Notrufzentrale ist Tag und Nacht besetzt.

Die Basisvariante des HNR kostet monatlich 18,36 €. Für Patienten mit einer Pflegestufe kann diese „Miete“ evtl. von der Pflegekasse übernommen werden. Der MDK prüft, ob die dafür notwendigen Voraussetzungen gegeben sind.

Für Zusatzleistungen, z.B. Hinterlegen des Hausschlüssels in der Notrufzentrale, bei Sozialstationen bzw. Pflegediensten oder tägliche An- bzw. Abwesenheitsmeldung erhöht sich die Gebühr; die Sätze dafür sind regional verschieden.

Der HNR wird von vielen Organisationen angeboten (z.B. Malteser, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Hausnotruf-Dienst GmbH Freiburg, Frankfurter Verband usw.).

Die Grundausstattung ist überall ähnlich, aber nicht gleich, denn die Anbieter verwenden technische Geräte unterschiedlicher Fabrikate. So werden neben dem obligatorischen Funkknopf, den man wie eine Kette um den Hals oder als Armband am Handgelenk trägt, von manchen Institutionen spezielle Sturzdetektoren oder eine normale Armbanduhr mit eingebautem Notrufknopf angeboten.

Es lohnt sich also vor der Entscheidung für den einen oder anderen Anbieter genau zu erfragen, welche Geräte oder Zusatzleistungen angeboten werden und wie hoch die Kosten dafür sind.

Blindheit beruht nicht nur auf einer speziellen Störung der Augen, sondern auch auf der Herabsetzung von Aufmerksamkeits- und Gedächtnisfähigkeiten.

Das bay. Landessozialgericht hat entschieden, dass eine Frau, die an einer schweren Alzheimer-Demenz leidet, völlig hilflos ist. Die Frau ist komatös und physisch und geistig nicht in der Lage, irgendetwas sinnvoll wahrzunehmen und zu verarbeiten.

Das Landessozialgericht stellte fest, der Begriff des Sehens umfasse nach neuer Rechtsprechung des Bundessozialgerichts nicht nur die optische Reizaufnahme, auch die weitere Verarbeitung der optischen Reize im Bewusstsein des Menschen gehöre hinzu. Schlussendlich wurde der Frau nach dem Bay. Blindengeldgesetz das Blindengeld von monatlich 579 € zugesprochen.

Quelle: Neue Caritas Heft 4 vom 27.2.17

(Bay. Landessozialgericht, Urteil vom 19.12.16, AZ L 15 BL 9/14)

Die gemeinnützige Stiftung „Zentralbibliothek für Blinde“ (gegründet 1905) und der gemeinnützige Verein „Norddeutsche Blindenbücherei“ (gegründet 1958) haben sich zur „Hamburger Blindenbücherei“ zusammengeschlossen. Sie verleihen Blindenschriftbücher und DAISY-Hörbücher, das sind ungekürzt eingelesene Bücher auf CDs, die mit speziellen Abspielgeräten oder einem Computerprogramm bequem abgehört werden können. Das Ziel dieses Vereins ist Literatur, Wissen und aktuelle Informationen auch für blinde und sehbehin­derte Menschen leicht zugänglich zu machen. Für die Mitgliedschaft ist keine Gebühr zu entrichten, die Benutzung der Angebote ist kostenlos. Die von den Kunden ausgewählten Hör- und Blindenschriftbücher werden per Post als Blindensendung zugestellt und auch so zurückgesandt. Die Kataloge, aus denen die Mitglieder ihre Wunschtitel auswählen können, werden von Zeit zu Zeit aktualisiert.

Voraussetzung für die Nutzung dieses Angebotes ist der Nachweis der Blindheit oder Sehbehinderung. Dazu genügt die Kopie eines ärztlichen Attestes oder des Behindertenausweises (Zusendung per Post).

Kontakt: Norddeutsche Blindenbücherei e.V. www. https://blindenbuecherei.de/

Tel. 040 / 22 72 826-0, Mo - Do 8-16, Fr 8-13 Uhr

Daneben gibt es noch die Blinden-Hörbücherei der

Dt. Blinden Bibliothek in der deutschen Blindenstudienanstalt, e.V.,

Postfach 1160, 35037 Marburg, Tel.: 06421/606-267,

www.blista.de, mailto: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

... sind sehr beliebt, denn sie ersparen mühsame Wege und man kann dabei evtl. sogar Geld sparen. Aber auf diesem Markt sind nicht alle Anbieter seriös und vertrauenswürdig. Deshalb ist es gut, sich vor einer Bestellung zu vergewissern, ob es sich um eine legale Adresse handelt, zum Beispiel bei DIMDI, das bedeutet: Das Institut für Medizinische Dokumentation und Information. www.dimdi.de  dann Link Versandapotheken anklicken. Danach geben Sie den Namen der von Ihnen gesuchten Internetapotheke ein. Die Seite leitet Sie weiter zum Bereich „Internetapotheken mit behördlicher Erlaubnis (im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit).

wir pflegen – Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger e.V.

Alt-Moabit 91
10559 Berlin

Kontakt

Telefon: 030 – 4597 5750

OSHI-PA Selbsthilfe:
030 4597 5760
Fachreferent / Pflegepolitik:
030 4597 5770

Email: info@wir-pflegen.net

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