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Keine Kürzung des Pflegegeldes bei Verhinderungspflege


Verhinderungspflege wird gebraucht, wenn die pflegende Bezugsperson mehr als 8 Std. pro Tag abwesend ist, eine eingesetzte Ersatzpflegekraft kann über das Budget der Verhinderungspflege abgerechnet werden.

Auch diese Hilfen lassen sich bis zu 40% mit anderen, noch nicht ausgeschöpften Leistungen, kombinieren.

Beispiel A: Frau X pflegt ihre Mutter in Pflegegrad 3. Sie nimmt eine Auszeit, um einen wichtigen Besuch zu machen, fährt um 9 Uhr weg und kehrt um 19 Uhr zurück, war also länger als 8 Stunden außer Haus.

Während dieser Zeit versorgt ein Pflegedienst die Mutter 2 x für eine Stunde. Die Pflegekasse berechnet diesen Einsatz aus dem Geldguthaben für Verhinderungspflege (von 1.612 € pro Jahr) und zieht zusätzlich einen Tag vom Zeitguthaben für Verhinderungspflege ab (Gesamtanspruch 42 Tage). Außerdem wird das Pflegegeld (in diesem Fall Pflegegrad 3 = 545 €/Mt.) um 50% des Tagessatzes reduziertdenn es wird nach den Stunden der Abwesenheit der Tochter und nicht nach der Einsatzzeit der Ersatzpflegekraft berechnet.

Beispiel B: Herr K. pflegt seine Frau in Pflegegrad 4, heute muss er selbst zu einer großen ärztlichen Untersuchung. Er bittet eine Nachbarin um Vertretung und kehrt nach 6 Stunden wieder zurück. Herr K. bezahlt der Nachbarin 60 €, reicht die Quittung bei der Pflegekasse ein, der vorgelegte Betrag wird ihm erstattet.

Weil er weniger als 8 Stunden abwesend war, reduziert die Kasse das Geldguthaben für Verhinderungspflege um den an die Nachbarin bezahlten Betrag, aber weder das Zeitguthaben für Verhinderungspflege noch das Pflegegeld werden deshalb gekürzt.

Fazit: Wenn die pflegende Bezugsperson weniger als 8 Stunden abwesend ist, bleiben sowohl das Pflegegeld als auch das Zeitbudget für Verhinderungspflege in voller Höhe erhalten.

Quelle: www.Pflege-durch-Angehoerige.de, Talstraße 11, 71409 Schwaikheim,

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