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Allgemeine Themen

Frau W. pflegt ihre Mutter in Stufe III, bisher wurde das Pflegegeld regelmäßig am Monatsanfang auf das Konto ihrer Mutter überwiesen. Seit Juni schafft Frau W. die Pflege nicht mehr alleine und hat einen Pflegedienst um Hilfe gebeten. Damit wird das Pflegegeld (entsprechend der Pflegestufe) auf die sogenannte Kombinationsleistung umgestellt und die Geldleistung wird nur noch anteilig überwiesen. Wenn aber die Zahlung des Pflegegeldes ganz ausbleibt, kann das folgende Gründe haben:

        • Der Pflegekasse liegt die Rechnung des beauftragten Pflegedienstes noch nicht vor.
  • Seit dem 1.1.2015 können 40% der Pflegesach­leistungen für hauswirtschaftliche oder Betreu­ungsleistungen (eines anerkannten Betreuungs­dienstes) abgerechnet werden, auch diese Rechnung muss vorliegen.
  • Überschreiten Ihre Inanspruchnahmen die zur Verfügung stehende Summe der Pflegesach­leistung (in Pflegestufe III sind das III 1.612€), wird kein Pflegegeld mehr gezahlt und die da­rüber hinausgehenden Beträge sind privat zu bezahlen.

Frau K. sollte sich vom Pflegedienst alle Kopien der an die Pflegekasse eingereichten Rechnungen geben lassen. Damit kann sie bei der Pflegekasse erfragen, wie hoch das verbleibende Pflegegeld künftig ist und wann es überwiesen wird.

Weiterführende Auskünfte:

Wenn jemand mit der Auskunft der eigenen Kranken- und Pflegeversicherung nicht einverstanden ist, findet er/sie Rat beim Bürgertelefon des Bundesgesundheitsministeriums:

Mo – Do 8-18, Fr. 8-15 Uhr, Tel: 030 / 340 60 66 – 02 (Pflegeversicherung)

Tel: 030 / 340 60 66 – 01 (Krankenversicherung), http://bmg.bund.de/

Eine Mutter, die dauerhaft ihren behinderten Sohn (Stufe II) pflegt, nahm ihn, um selbst eine Auszeit zu finden mit in den Urlaub in die Schweiz. Der Großvater des Jungen reiste mit, um die Mutter dort zu entlasten. Für die Fahrtkosten und die Unterkunft des Großvaters stellte die Familie der TNK 279,- € in Rechnung. Doch sowohl diese, als auch das Sozialgericht und das Landessozialgericht Baden-Württemberg lehnten die Zahlung ab, weil die Pflege im Ausland geleistet wurde.

Wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Falles entschloss sich der Versicherte (nach Rücksprache mit dem Rechtsberater des VDK), die Frage höchstrichterlich und damit für alle untergeordneten Instanzen gültig klären zu lassen. Es dauerte sieben Jahre, dann bekam der Kläger Recht!!

Urteil vom 20.4.16 (AZ: B 3 P 4/14/14R), Quelle: http://www.vdk.de/permalink/71108

Pflegende Angehörige sind – sofern der/die Pflegebedürftige vom MDK in eine der Pflegestufen übernommen wurde – ist bei dieser Arbeit beitragsfrei durch die gesetzliche Unfallversicherung gegen Unfälle, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Versorgungstätigkeit stehen, versichert.

Dazu zählen Arbeitsunfälle bei Pflegetätigkeiten, Essenszubereitung oder hauswirtschaftlicher Versorgung des/der Kranken, Wegeunfälle auf den unmittelbaren Wegen vom und zum Arbeitsort oder Berufskrankheiten, z.B. Infektionen aus dieser Arbeit.

Wer einen Unfall erlitt, muss sofort bei der ärztlichen Erstbehandlung angeben, dass es sich um einen Unfall aus einer übernommenen Pflegetätigkeit handelt. Nur anhand eines entsprechenden Unfallberichtes des behandelnden Arztes kann die Gesetzliche Unfallversicherung prüfen, ob sie die Kosten übernimmt und welche Leistungen dem/der Betroffenen zustehen.

Dabei geht es nicht nur um die medizinische Behandlung von Verletzungen und die Übernahme von Zuzahlungen, sondern auch um soziale Geldleistungen, berufliche Rehabilitation oder Entschädigungen bei evtl. nachfolgenden Beeinträchtigungen.

Sollte eine weitere unentgeltlich tätige Pflegeperson regelmäßig mitarbeiten, kann sie (um gegen evtl. Unfälle abgesichert zu sein) bei der Pflegekasse nachgemeldet werden.

Quelle: Internet Urteil BSG vom 9.11.10, AZ: B 2 U 6/1

Nähere Einzelheiten erfahren Sie auch bei DGUV.

Glinkastr. 40, 10117 Berlin, Tel.: 0800 6050404

Montag - Freitag 8-18°, (kostenlos), E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,   www.dguv.de

Ab einer mittelgradigen Inkontinenz müssen Krankenkassen die Kosten für bestimmte Inkontinenzprodukte (IKP) übernehmen. Manche Pflegekassen haben Festverträge mit bestimmten Lieferanten abgeschlossen. Wer mit diesen Produkten zufrieden ist, muss lediglich monatlich eine Zuzahlung von 10 € leisten. Doch oft halten diese Produkte nicht, was sie versprechen. Wer dann auf höherwertige Produkte ausweicht, muss die Differenz aus eigener Tasche zahlen.

Deshalb wird dringend empfohlen, sich vor Festlegung auf ein bestimmtes Produkt und Abschluss eines Liefervertrages gründlich beraten zu lassen. Die meisten Apotheken und Sanitätshäuser bieten kostenlose Produktproben zum Ausprobieren an. Diese Möglichkeit sollte man nutzen.

Quelle: IG Bergbau, Kompakt, Febr. 2018 Seite 9

Mangelnde Beratung gefährdet die Gesundheit von Pflegebedürftigen und Pflegepersonen. Diesen Schluss lässt eine Umfrage zu, die das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) im Herbst 2017 durchgeführt hat.

Befragt wurden 1.042 Menschen über 50 Jahre, darunter 434 aktiv oder ehemals pflegende Angehörige (pA). Weniger als die Hälfte der pA (43 %) gaben an, Informationen zur Verhütung gesundheitlicher Probleme ihrer Pflegebedürftigen erhalten zu haben. Möglichkeiten zur Vorbeugung eigener Gesundheitsprobleme waren selten Thema einer Beratung, nur bei 27 % der pflegenden Angehörigen erhielten sie.

Quelle: https://kurzlink.de/ZQP_Praevention_Stud

Wer vor Aufnahme der Pflegetätigkeit berufstätig war oder Arbeitslosengeld bezog, für den übernimmt die Pflegekasse solange die häusliche Angehörigenpflege andauert die Hälfte der Beträge zur Arbeitslosenversicherung (die Summen orientieren sich an der Höhe des Pflegegrades). So können Pflegepersonen nach dem Ende ihrer Pflegetätigkeit Arbeitslosengeld und Arbeitsförderungsmaßnahmen beantragen, sofern sie nicht während der Pflegetätigkeit (z.B. in Teilzeit mehr als 30 Stunden) sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren.

Quelle: Pflege geht jeden an, Seite 12, www.vdk.de

wir pflegen – Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger e.V.

Alt-Moabit 91
10559 Berlin

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Telefon: 030 – 4597 5750

OSHI-PA Selbsthilfe:
030 4597 5760
Fachreferent / Pflegepolitik:
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Email: info@wir-pflegen.net

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