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Pressemitteilung: „Ab in die Tonne!“ Pflegende Angehörige fordern Neustart der Pflegereform
Pressemitteilung: „Ab in die Tonne!“ Pflegende Angehörige fordern Neustart der Pflegereform

Berlin, 24. September 2026 – Der Bundesverband pflegender Angehöriger wir pflegen e.V. lehnt den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG) weiterhin entschieden und grundsätzlich ab. Nach aktuellem Stand soll das Bundeskabinett den Entwurf am 30. September beschließen. Der Verband fordert die Bundesregierung auf, das Gesetz zurückzuziehen und die angekündigte Strukturreform der Pflege vorzuziehen. 

„Der Entwurf geht von einem falschen Ansatz aus. Er begegnet pflegenden Angehörigen mit Misstrauen. Dabei tragen sie die häusliche Pflege in diesem Land. Sie brauchen verlässliche Unterstützung statt Generalverdacht“, erklärt Nicole Knudsen, Mitglied des Bundesvorstands von wir pflegen e.V. „Die Bundesregierung muss sich verantwortlich zeigen. Statt eines Schnellverfahrens mit unausgereiften und praxisfernen Maßnahmen gilt es, zunächst tragfähige und zukunftssichere Lösungen zu entwickeln.“

Die vorgesehenen Ansätze zur Prävention hält der Verband für richtig. Sie greifen aber zu kurz und gleichen die grundlegenden Mängel des Entwurfs nicht aus. Nach Auffassung von wir pflegen e.V. verspricht der PNOG-Entwurf Vereinfachungen und Leistungsverbesserungen, die er nicht einlöst. In der Praxis führt das vor allem zu einer Verlagerung von Verantwortung und Milliardenkosten auf pflegende Familien. Millionen Bürgerinnen und Bürger, die täglich Pflege organisieren und leisten, würden dadurch zusätzlich belastet.

Der Verband begrüßt die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann, eine unabhängige Strukturkommission einzusetzen. Diese soll Vorschläge für einen grundlegenden Umbau des Pflegesystems erarbeiten und damit auf die langfristigen Herausforderungen der Pflege reagieren.

Gleichzeitig mahnt wir pflegen e.V., die Fehler früherer Reformprozesse nicht zu wiederholen. „Wenn Pflege strukturell neu gedacht werden soll, aber gleichzeitig ein Gesetz durchgedrückt wird, das Familien belastet, passt das nicht zusammen“, so Knudsen. „Diesmal müssen pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen von Anfang an verbindlich beteiligt werden. Nur so entstehen alltagstaugliche Lösungen.“ 

Besonders kritisch bewertet wir pflegen e.V. die geplante Zusammenführung bisher getrennter Leistungen in gemeinsame Budgets. Was als mehr Flexibilität dargestellt werde, führe nach Einschätzung des Verbands tatsächlich zu weniger Unterstützung und eingeschränkten Entlastungsmöglichkeiten für Familien. Auch das geplante Entlastungsbudget drohe seinen Nutzen zu verlieren, wenn daraus künftig zusätzliche Leistungen finanziert werden müssten. 

„Pflegende Familien brauchen eine Pflegepolitik, die Versorgungslücken schließt und selbstbestimmten Einsatz von Pflegeleistungen fördert, statt die pflegerische Belastung weiter in die Wohnzimmer der Familien zu verlagern“, fordert die Vorständin des Bundesverbands. „Diese Regierung kann sich keine weiteren bürgerfeindlichen Reformen leisten. Das PNOG gehört in die Tonne.“

Über wir pflegen e.V.: 

Der Bundesverband wir pflegen e.V. ist eine Interessenvertretung und Selbsthilfeorganisation pflegender Angehöriger. Der 2008 gegründete Verband und seine derzeit acht Landesvereine setzen sich für nachhaltige Verbesserungen in der häuslichen Pflegeversorgung ein. Über den Austausch mit anderen Pflegenden ermöglicht der Verband  An- und Zugehörigen mehr Anerkennung, Kontakt und Informationen sowie eine Stimme in Politik und Gesellschaft.

Pressekontakt:

Lisa Thelen, Referentin für Kommunikation und Medien
E-Mail: medien(at)wir-pflegen.net
Telefon: 030 4597 5750

Büro in Berlin
  • wir pflegen – Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger e.V.
  • Turmstraße 4
    10559 Berlin
  • 030 – 4597 5750
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