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Verbände fordern: Reform des SGB II darf nicht auf Kosten von Familien und Kindern gehen
Verbände fordern: Reform des SGB II darf nicht auf Kosten von Familien und Kindern gehen

Gemeinsame Pressemitteilung zum Offenen Brief

Verbände fordern: Reform des SGB II darf nicht auf Kosten von Familien und Kindern gehen

Berlin, 19.02.2026 – Ein breites Bündnis aus 38 Organisationen und Verbänden wendet sich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Fraktionen der Union und SPD im Bundestag. Die Unterzeichnenden fordern geplante Verschärfungen bei der Reform der Grundsicherung (SGB II) zurückzunehmen, die insbesondere Familien mit Kindern treffen.

Die Reform verfehle ihr Ziel, Vertrauen zu stärken und Erwerbsintegration zu fördern, kritisieren die Verbände. Stattdessen erhöhe sie den Druck dort, wo er nur begrenzte Wirkung entfalten könne, und verschärfe die Situation von Menschen mit Betreuungsverantwortung. Besonders problematisch seien Sanktionen, die ganze Haushalte belasten, sowie die Verschärfung bei den Wohnkosten und unrealistische Zumutbarkeitsregelungen für Eltern von Kleinkindern.

Sebastian Fischer, Vorstand des Bundesverbands wir pflegen e.V. erklärt dazu: 

„Viele pflegende Angehörige – besonders alleinerziehende Mütter – scheitern nicht am Willen zur Erwerbstätigkeit, sondern an fehlenden Entlastungs- und Unterstützungsangeboten. Wer täglich umfassende Pflege leistet, kann oft keiner existenzsichernden Erwerbstätigkeit nachgehen und ist auf staatliche Leistungen wie das Bürgergeld angewiesen. Diese Abhängigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern das Ergebnis von Defiziten in den Unterstützungsangeboten. Sanktionen gegen ganze Haushalte sind daher sozialpolitisch völlig verfehlt: Sie treffen diejenigen, die das Pflegesystem tagtäglich mit ihrer unbezahlten Arbeit tragen."

Jede dritte Bedarfsgemeinschaft sei eine Familie mit minderjährigen Kindern, betonen die Unterzeichnenden. Sanktionen blieben daher nicht auf einzelne Personen begrenzt, sondern träfen unmittelbar auch Schutzbefohlene und Partner*innen. Der Offene Brief fordert unter anderem den Verzicht auf Sanktionen, die Kinder mitbestrafen, die Beibehaltung der Karenzzeit für Wohnkosten sowie eine realitätsnahe Berechnung der Regelbedarfe.

Offene Brief zur Reform des SGB II “Verschärfungen auf Kosten von Familien und Kindern zurücknehmen"

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