Pflegende Eltern

Pflegende Eltern – eine unsichtbare Gruppe pflegender Angehöriger?

Der Verein wir pflegen e.V. setzt sich gemäß der Ziele und Leitlinien für alle pflegenden Angehörigen in Deutschland ein. Unsere Mitglieder betonen aber, dass gerade pflegende Eltern mehr Anerkennung und Unterstützung benötigen. Ihre speziellen Situationen werden deshalb im Verein verstärkt aufgegriffen. wir pflegen e. V. hat es sich zum Ziel gesetzt, den Austausch zwischen pflegenden Eltern bundesweit zu fördern, Brücken zwischen bestehenden Organisationen und Initiativen zu bauen und Interessen zu bündeln.

Eine Zusammenfassung der Erfolgsgeschichte der Zusammenarbeit pflegender Eltern im Netzwerk von wir pflegen e.V. ist im selbsthilfegruppenjahrbuch 2022/2023 der DAG SHG im Artikel „Raus aus der Unsichtbarkeit Von Selbsthilfe zur Interessenvertretung am Beispiel pflegender Eltern im Bundesverband wir pflegen e.V.“ erschienen.

Wer sind pflegende Eltern?

In Deutschland gibt es rund 213 000 pflegebedürftige Kinder und Jugendliche bis einschließlich 15 Jahren. Hinzu kommen Kinder, die noch keinen Pflegegrad erhalten haben sowie ältere Jugendliche und erwachsene Töchter und Söhne, die von ihren Eltern weiter betreut werden. Ihre Bedarfe und die ihrer Eltern, die sie pflegen und versorgen, sind in vielerlei Hinsicht unsichtbar.

Pflegende Eltern werden weder im Bereich „Familie“ noch im Bereich „Pflege“ verortet und angemessen berücksichtigt. Neuere Erlasse, wie das Recht auf einen Kitaplatz oder Ganztagesbetreuung, greifen für diese Personengruppe ebenso wenig, wie das fundamentale Recht auf Bildung und die Schulpflicht. Auch Gesetze und Maßnahmen zur Verbesserung der Pflege, wie bspw. die Kostenbremse für Heimunterbringung, beziehen sich ebenfalls nicht auf die jungen Pflegebedürftigen. Sie werden meist nicht stationär, sondern im häuslichen Umfeld dauerhaft gepflegt.

Die Pflege eines Kindes ist in der Regel kein Übergangszustand, sondern eine Langzeitaufgabe, die sich über Jahrzehnte erstreckt. Damit verbunden entstehen massive und dauerhafte Einschnitte in die finanzielle und persönliche Freiheit der pflegenden Eltern. Denn parallel zur Pflege ist eine bezahlte Erwerbstätigkeit nahezu unmöglich.

Aufgrund fehlender Unterstützung ist die familiäre Situation besonders angespannt. Nicht selten sind pflegende Eltern alleinerziehend und müssen die Pflege und Betreuung ihres Kindes weitgehend alleine leisten. Viele berichten, dass sie vor einem sozialen, finanziellen und emotionalen Abgrund stehen.

Mitwirken!

Wir suchen Mitglieder, Sympathisant*innen und Bündnispartner*innen – bundesweit und vor Ort. Bitte helfen Sie uns, die Stimme pflegender Eltern weiter in die Öffentlichkeit zu tragen.

Kontakt: Jana Schuschke (selbsthilfe(at)wir-pflegen.net)

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